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Durchführung einer medienpsychologischen Untersuchung zur Analyse der Wirkungsweisen von „Counter-Narratives" zur Prävention islamistischer und rechtsextremistischer Propaganda

Fördererinstitution: Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium des Innern, vertreten durch das Beschaffungsamt und das Bundeskriminalamt (BKA)

Fördersumme: 292.454,40 €, 1.5 x 13-TV-L

Laufzeit: 09.2014-08.2016 (24 Monate)

Antragsteller: Prof. Dr. Gary Bente, Dr. Diana Rieger und Dipl.-Psych. Lena Frischlich

Zusammenfassung: Die Zahl extremistischer Propagandavideos im Internet nimmt beständig zu (Glaser, 2011; Torres-Soriano, 2010). Insbesondere rechtsextremistische und islamisch-extremistische Propaganda-Akteure verfolgen professionelle Medien-Strategien, die darauf ausgerichtet sind, neue Mitglieder zu rekrutieren und, verharmlost ausgedrückt, „Werbung" für extremistische Einstellungen zu machen. Die Wahrscheinlichkeit, mit der junge Menschen im Netz mit extremistischen Ideologien konfrontiert werden ist dementsprechend hoch (Rieger, Frischlich, & Bente, 2013). Die Erforschung potentieller Gegenstimmen und Präventionsmaßnahmen ist daher eine höchst aktuelle gesellschaftsrelevante Aufgabe. Sogenannte "Counter-Narratives", also dem extremistischen Narrativ entgegengesetzte Botschaften, sollen diese Funktion erfüllen. Sie sollen in Form von Videobotschaften extremistischer Propaganda „vor Ort" im Internet entgegentreten und als „Gegengift" fungieren (Neumann, 2013). Bisher gibt es jedoch keine experimentellen Untersuchungen zur Verbreitung, Wirkungsweise oder Effektivität derartiger "Counter-Narratives". Das vorliegende Projekt soll diese Lücke in drei auf einander aufbauenden Forschungsmodulen schließen wobei Modul 1 dient zunächst der inhaltsanalytischen Aufbereitung des Materials. Im Fokus steht das Angebot an "Counter-Narrativen" gegen Rechtsextremismus und gegen Islamismus sowie die Analyse der in den Videobotschaften verwendeten Argumente und formalen Gestaltungsmerkmale. Im darauf aufbauenden Modul 2 wird mit Hilfe qualitativer und quantitativer Methoden die multi-dimensionale Wirkung dieser verschiedenen "Counter-Narrative" empirisch untersucht. Modul 3 wendet sich abschließend experimentell der Frage zu, wie effektiv verschiedene "Counter-Narrative" beim Einsatz gegen extremistische Propaganda sind und welche Rahmenbedingungen und Wirkungskontexte diese Effektivität beeinflussen.

Stichwörter: Medienwirkung, Counter-Narratives, Prävention, Propaganda, Rechtsextremismus, Islamistischer Extremismus.